impuls 4 // 2018
H I N T E R G R U N D 4 Energiepreisentwicklung Strom und Erdgas werden teurer Auf dem Energiemarkt tut sich immer etwas: Die Preise an den Börsen fallen und steigen wieder, Abgaben, Umlagen und Netznutzungsentgelte gestalten sich je des Jahr neu. Nicht immer wirkt sich das auf den Preis für den Kunden aus. Zum 1. Januar 2019 muss die ENERGIE jedoch reagieren. Seit rund zwei Jahren steigen die Strom- preise an den Energiebörsen an. Dies hat eine Erhöhung der Bezugskosten zur Folge. Dazu kommen die staatlich regulierten Preisbestandteile, auf die ein Energieliefe- rant keinen Einfluss hat. Zwar verringert sich 2019 die EEG-Umlage – von derzeit 6,792 Cent je Kilowattstunde auf dann 6,405 Cent je Kilowattstunde. Dennoch bleibt die Höhe des Staatsanteils am Strompreis – inklusive staatlich regulierte Netzentgelte – mit fast 75 Prozent gleich hoch. Der Grund: Die geringere EEG-Umlage wird von der Offshore-Netzumla- ge, die 2019 statt der bisherigen Offshore- Haftungsumlage anfällt, ausgeglichen. Mit 0,416 Cent je Kilowattstunde liegt die Off- shore-Netzumlage zehnfach höher als ihr Vorgänger 2018. Dazu kommt, dass die Netzentgelte in Verteilnetzen für 2019 stei- gen – imNetzgebiet der ENERGIE schlagen sie mit 5,280 Cent je Kilowattstunde zu Buche – ein leichtes Plus um fünf Prozent. Preistreiber Börsenpreis „Der eigentliche Preistreiber ist der Anstieg der Beschaffungskosten, den wir trotz vorausschauender Einkaufsstrategie nicht mehr kompensieren können“, so Tobias Winkler, zuständig für die Energiebeschaf- fung bei der ENERGIE. „Die Preissteigerun- gen an der Börse sind einfach zu massiv. Während Anfang 2016 die Megawattstun- de an der Börse noch unter 30 Euro kostete, wird sie in diesem Jahr bereits im Schnitt für 50 Euro gehandelt. Eine Trendwende scheint nicht in Sicht“. Für die Kunden der ENERGIE bedeutet das eine Erhöhung des Arbeitspreises. Aus dem gleichen Grund muss der regionale Energiedienstleister auch den Grundpreis anheben. Die Mehr- kosten fallen in den verschiedenen Sonder- verträgen unterschiedlich aus. Beim Erdgas hat sich der Börsenpreis eben- falls aufgeheizt, was eine Steigerung der Bezugskosten zur Folge hat. Auch hier kann die ENERGIE die Entwicklung nicht voll- ständig auffangen und muss eine Preis anpassung vornehmen. Von der Preis erhöhung ausgenommen sind Kunden im meinERDGAS-Vertrag mit Festpreisgaran- tie bis September 2019 und 2020. Zudem wird seit 1. Oktober 2018 die Bilanzierungs- umlage von netto 0,12 Cent je Kilowatt- stunde erhoben, die die Kunden mittragen müssen. „Uns bleiben bei der Preisgestal- tung keine großen Spielräume. Allerdings unterstützen wir unsere Kunden beim Energiesparen – dem einzig wirksamen Instrument gegen steigende Preise“, so TobiasWinkler. Bullisch: die Preisentwick- lung beim Strom auf dem Handelsparkett. 2016 2017 2018 Ø 33,51 Ø 40,51 Ø 50,56 70 60 50 40 30 20 € / MWh Großhandelspreise für Strom kräftig imAufwind Entwicklung der Strompreise an der Leipziger „Energiebörse“ EEX Quelle: BDEW Bedarf in den Tagesstunden (Jahresfuture Peakload rol- lierend) Bedarf rund um die Uhr (Jahresfuture Baseload rollierend) Ø Preise Jahresfuture Peakload Der Strompreis schwankt an der Börse – dennoch entwickelt sich der Gesamttrend deutlich nach oben. Experten rechnen damit, dass sich die Kurve weiter so fortsetzt. Foto: diegograndi – iStock
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