impuls 4 // 2018

P O R T R ÄT 7 Fotos: Frank Melcher – trurnit Schrauben, Nägel oder Leim fest miteinan- der zu verbinden. Stattdessen nutzten die Zimmerleute metallene Balkenschuhe und Nägel. „Dank unseres mechanischen Kolle- gen arbeiten wir wieder nach alter Väter Sitte mit den traditionellen Holzverbin- dungen“, freut sich StefanWeyer. Frei geplante Fertighäuser Der Automat ist heute das Herzstück des Betriebs. Sorgt er doch dafür, dass die 20 Zimmerer immer ausreichend Material auf der Baustelle haben. Oder auf dem rie- sigen Werktisch in einer anderen Halle auf dem Betriebsgelände im Urspringer Weg. Hier entstehen ganze Wände für Holzhäuser. Dazu setzen die Handwerker die von der Maschine vorbereiteten Kom- ponenten zu einem Rahmen zusammen und versehen das Ganze dann mit Plat- ten aus verschiedenen Materialien: Gips- karton, Gipsfaser, Weichfaser, OSB oder Silikat – eben das, was für den Einsatz- zweck am sinnvollsten ist. „Bei Fassaden haben wir beste Erfahrungen mit minera- lisch beschichteten Rockpanel-Platten ge- macht“, erzählt Stefan Weyer. Denn die sind wetterfest, farbstabil und lassen sich problemlos überstreichen. Überhaupt ist Stefan Weyer – wenngleich ein leidenschaftlicher Zimmerer und da- mit per Definition ein Holzfan – immer bereit, alternative Materialien in Betracht zu ziehen, wenn sie Holz überlegen sind. „Aus energetischer Sicht geht nichts über ein hochwertiges Kunststofffenster“, weiß der Experte aus jahrelanger Erfah- rung. „Warum soll ich einem Bauherren zu einem deutlich teureren Holzfenster raten, mit dem er dann auch noch viel mehr Aufwand im Unterhalt hat?“ Auch in Sachen Dämmen hat Stefan Weyer eine eigene Meinung. Obwohl sich die Hohlräume zwischen den Balken und Deckplatten mit Holzfasern füllen lassen, rät er auch gern zu einem alten Bekann- ten: Glaswolle. „Die Dämmwirkung ist klasse und wir sind in Sachen Brand- schutz auf der sicheren Seite.“ Gespräche, in denen es um genau solche Details geht, führt Stefan Weyer inzwi- schen regelmäßig. Denn der schlüssel­ fertige Bau von Holzhäusern gehört seit einigen Jahren zum Kerngeschäft des Familienbetriebs. Als bayerischer Zimmer- meister ist er planvorlageberechtigt, kann also tatsächlich alles aus einer Hand bieten. Einen Architekt braucht er nur dann, wenn ein Bauherr noch nicht so genau weiß, wie sein Eigenheim aussehen soll oder er wirklich extravaganteWünsche Oben: In einem Musterhaus zeigt Weyer Holz- bau, was alles in einem Holzhaus möglich ist. Links: Die CNC-Abbundanlage macht in kürzes- ter Zeit aus Bohlen und Balken fertige Bauteile.

RkJQdWJsaXNoZXIy ODA5Mjk=