impuls 3 // 2018

P O R T R ÄT 7 Gartenbauzentrale Main-Donau eG, Albertshofen Geht es um Obst und Gemüse, achten im­ mer mehr Menschen in Deutschland beim Einkaufen darauf, wo die Produkte ge­ wachsen sind. Regional ist angesagt wie schon lange nicht mehr. Und das ist gut so. Denn was kann frischer sein als ein Blu­ menkohl, ein Kopfsalat, eine Gurke oder eine Rispe Tomaten, die ein Fachbetrieb nur ein paar Kilometer entfernt großgezo­ gen, geerntet und von da geliefert hat? „Wir sind sehr froh, dass Regionalität wieder gefragt ist“, erklärt Kai Fuchs, Geschäftsführer Vertrieb der Gartenbau­ zentrale Main-Donau eG. In der Genossen­ schaft haben sich 23 traditionelle Gemü­ seproduzenten aus der Gegend rund um Albertshofen zusammengeschlossen. Sie stehen für den Main-Part im Namen. Den Donau-Teil vertreten weitere 19 Betriebe, die rund um das schwäbische Gundelfin­ gen angesiedelt sind. 1998 fusionierten die beiden rund 170 Kilometer entfernten Genossenschaften. Aus einem schlüssigen Grund: Während in Albertshofen seit je­ her die Aufzucht von Sommergemüse – auch unter Glas – in Vordergrund steht, legen die Kollegen in Schwaben ihren Fo­ kus vor allem auf den Anbau von Winter­ Unterfranken – speziell die Region um Kitzingen – beheimatet seit jeher viele Betriebe, die Gemüse anbauen. Seit Mitte der 1970er-Jahre haben sie sich zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen. Und die sorgt heute besser denn je für die Vermarktung der hochwertigen Produkte. Gemeinsam stark gemüse. „Die Sortimente ergänzen sich in idealer Weise“, erklärt Kai Fuchs. Die Grundidee hinter einer Genossen­ schaft ist weitgehend bekannt: Viele Klei­ ne, für die es allein schwer oder gar un­ möglich wäre im Markt zu bestehen, schließen sich zusammen. Etwa um Kos­ ten zu sparen, weil sie sich teure Geräte teilen können. Aber inzwischen spielt noch ein anderer Grund eine ganz entscheiden­ de Rolle: Um Supermarkt- und Discount­ ketten beliefern zu können, müssen nicht nur die Qualität und der Preis stimmen. „Die Menge ist heute ein zentrales Krite­ rium“, weiß Kai Fuchs. Vertriebswege erschließen Die Genossenschaft eröffnet also in erster Linie Vertriebswege, die kleinen Traditions­ betrieben verschlossen blieben. Als Ge­ schäftsführer des Standorts Albertshofen sieht sich Kai Fuchs aber nicht nur als Verkäufer. „Wir übernehmen eine echte Schnittstellenfunktion“, beschreibt er sei­ ne wichtige Aufgabe. Tatsächlich führt er regelmäßig Gespräche. Mit seinen Kunden und den Mitgliedern. Bei den Kunden Das menschliche Auge ist genauer als die Maschine. Nachdem Grün und Erde entfernt sind, werden fehl­ gebildete Karotten aussor- tiert, alle anderen „poliert“. Letztlich gelangen nur gerade, mittel- große Karotten in die Schalen.

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