impuls 3 // 2018
Wie viele andere Produkte erfüllen die Rettiche die Kriterien des Zerti- fikats „Geprüfte Qualität Bayern“. Kresse liefert die Genossenschaft in Bio-Qualität. P O R T R ÄT 9 Sich selbst ein Bild machen Die Gartenbauzentrale Main-Donau eG führt Gruppen durch den Genos- senschaftsbetrieb, aber auch durch Betriebe der Mitglieder. Interessen- ten können sich ganz einfach mel- den und einen Termin vereinbaren: Telefon (09321) 3007-70 oder online verwaltung.kt@gbz-main-donau.de Gartenbauzentrale Main-Donau eG Seebachstraße 36 97320 Albertshofen www.albert-gundel.de Albertshofen. Hier lassen sich Kohlköpfe, Salate, Tomaten, Rettiche und all die an deren Gemüse zwischenlagern – einige sogar über längere Zeit. Ungewaschene Möhren beispielsweise überstehen bei der richtigen Lagertemperatur spielend meh rere Monate ohne jegliche Qualitätsein buße. „Anders wäre es ja gar nicht mög lich, im Winter frische deutsche Karotten zu kaufen“, gibt der Experte zu bedenken. Die benötigte elektrische Energie für die Kälteaggregate produziert die Genossen schaft selbst: per Photovoltaik. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern senkt obendrein die Kosten. Denn immer dann, wenn besonders viel Strom für die Küh lung nötig ist, scheint üblicherweise ge nug Sonne. Die Kältemaschine ist aber nicht der einzi ge Stromgroßverbraucher. Obwohl nach wie vor jede Menge Handarbeit gefragt ist, läuft in der Albertshofener Genossen schaft schon vieles automatisch. Auch hier eignen sich die Karotten als gutes Beispiel: Sie kommen in großen Holzkisten – mit etwa 500 Kilogramm Inhalt – auf dem Gelände an. Ein Gabelstaplerfahrer ent leert jene Boxen in eine Maschine, in der das Wurzelgemüse verschiedene Verarbei tungsschritte durchläuft. Zunächst wer den das Grün und alle Erdreste entfernt. Nachdem die Wurzeln die erste Waschung passiert haben, sortiert der Apparat krum me und fehlgebildete Exemplare heraus. „Die werfen wir aber nicht weg“, erklärt Kai Fuchs. Gestüte und Reitställe aus der Region holen sich all das, was nicht für den Verkauf geeignet ist. Dann werden die Rüben „poliert“, also richtig sauberge waschen. Als Nächstes kontrollieren zwei Mitarbeiter an einem Förderband die Arbeit des mechanischen Kollegen und er höhen so die Vitamin-A-Ration der Vier beiner. Der folgende Arbeitsschritt dient einer weiteren Sortierung. Hier fallen die zu großen Möhren durchs Raster. Zertifizierte Qualität Die Masse landet letztlich in einem Porti onierer, der die gewünschte Menge ab wiegt und in die bereitgestellten Kunst stoffschalen fallen lässt. Flinke Hände sorgen dann dafür, dass vor dem Ein schweißen nichts übersteht. Und am Ende des Prozesses packt wieder ein Mensch die fertigen Gebinde in die typischen Kunststoffsteigen des Gemüsehandels. „Mit unseren Maschinen können wir bis zu 20 Tonnen pro Tag reinigen und verpa cken“, beschreibt Kai Fuchs. Selbstver ständlich verfügt die Gartenbauzentrale Auch den letzten Schritt übernimmt wieder ein Mensch: die fertigen Gebinde in die Kunststoffsteigen packen. Main-Donau eG – genau wie die Mit gliedsbetriebe – über alle nötigen Zertifi kate. Nicht weniger als fünf Prüfungen stehen jedes Jahr an, die aufwendigste da von für das Siegel International Featured Standard – kurz IFS. Die Prüfer nehmen sich eineinhalb Tage Zeit und kontrollieren auch das kleinste Detail. Fazit: Die Gartenbauzentrale Main-Donau eG beweist Tag für Tag, dass kleine Fami lienbetriebe eine wichtige Rolle bei der Versorgung mit frischem Gemüse spielen können. Um die Zukunft macht sich Kai Fuchs keine Gedanken. Natürlich wird es nicht leichter, gegen stetig größer werden de Mitbewerber zu bestehen. Auf der an deren Seite stellen immer mehr Menschen fest, dass hochwertige Lebensmittel ein wichtiger Faktor für ein gesundes Leben sind, und entscheiden sich beim Einkauf für sie. Schon deshalb sollte die Nische, in der sich die findige Genossenschaft be wegt, auf längere Sicht den Betrieben vor Ort ihr Auskommen sichern.
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